Autokauf

Als wir vor dreieinhalb Jahren hierher auswanderten, stand ganz oben auf unserer Prioritätenliste ein Auto. Wir entschieden uns für einen Nissan Navara, mit dem wir während unserer Bauzeit im ersten Jahr mehr als 30.000 km fuhren. In den darauffolgenden Jahren kamen wir nur noch auf ca. 10.000 km und da wir außerdem 7 km Sandstraße bis zum Asphalt haben, war er uns irgendwann zu schade dafür. Aufgrund des Wechselkurses machten wir kaum Verlust und so kauften wir uns einen Mitsubishi L200, der einfacher, robuster und mit weniger Elektronik gesegnet/geschlagen ist.

Nun ist ein Autokauf hier nicht vergleichbar mit Deutschland. Zuerst mussten wir nach Asuncion, um uns das Auto anzuschauen, einen Tag später nochmals nach ASU, um den Kaufvertrag zu machen, der hier von einer Notarin (Escribana) beglaubigt werden muss. Mit diesem „contrado privado“ gingen wir zu einer hiesigen Escribana, überreichten ihr sämtliche Papiere und…… warteten. Nach ca. 6 Wochen musste der Verkäufer aus Asuncion nach Caacupé kommen um die offizielle Eigentumsübertragung zu unterschreiben. Danach warteten wir weitere 6 Wochen bis wir die Cedula verde, vergleichbar dem deutschen Fahrzeugscheines, hatten.

Dabei erhielten wir auch gleich den „Titel“ des Fahrzeuges, vergleichbar mit dem deutschen Fahrzeugbrief.

Mit diesen Unterlagen nun konnten wir auf die Municipalidad, wo wir unsere „Habilitacion“ (KFZ-Steuer) bezahlten. Und weil hier alles so unkompliziert vonstatten geht, konnten wir bei der gleichen Dame auch noch unsere Grundsteuer bezahlen. Das Ganze kostete uns ca. 30€, davon 20€ KFZ-Steuer und etwas mehr als 10€ Grundsteuer für 30.000 qm.

Somit ging unser Autokauf nach rekordverdächtigen 🙂 3 Monaten über die Bühne und wir haben auch schon für dieses Jahr alle unsere Steuern bezahlt ;-P

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Brennholz

Wie schon im letzten Eintrag geschrieben, steht bei uns der Winter vor der Tür und mangels Ölzentralheizung werden wir unser Haus unter absoluter Ignoranz der Feinstaubwerte mit Holz heizen. Deshalb waren wir vor kurzem bei Robert und Birgit und machten nach alter Väter Sitte Brennholz.

Obwohl wir nicht in den Genuss einer Bundesdeutschen Schulung zwecks Holzmachen 😉 gekommen waren, klappte das Ganze reibungslos und so haben wir jetzt einige schöne Stämme, die nach ca. 6 Wochen schön trocken sind und verbrennt werden können.

PS: Auch das anschließende „Holzfällervesper“ mit Umtrunk verlief zu unserer vollsten Zufriedenheit und nun kann der Winter kommen…

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„Schatz, ich fahr mal kurz zum Metzger…“

Auch in Paraguay wird´s im Winter schweinekalt und da wir mit Holz heizen, müssen wir uns jetzt schon darum kümmern. Unsere Freunde Birgit und Robert haben auf ihrem 30 Hektar großen Grundstück einige Bäume, die gefällt werden müssten und deshalb fahren wir am kommenden Freitag zu ihnen und da Robert auch noch Bäcker ist und hervorragendes Brot backt, bietet es sich an, nach der Arbeit eine zünftige Brotzeit zu machen. Wir haben hier in Caacupé einen guten schweizer Metzger, der jedoch nicht täglich geöffnet hat und so musste Katja heute die „Brotzeit“ einkaufen. Regen war zwar angesagt, da Martin jedoch in der Stadt wohnt, gingen wir davon aus, dass die Straßen dort einigermaßen befahrbar sind. Dem war jedoch nicht so und als Katja vor seinem Haus parkte, glich die Straße eher einem kräftigen Bächlein.

Da wir ja nicht ganz lernresistent sind und solche Wattwanderungen schon des öfteren machen mussten, tragen wir hier fast ausschließlich FlipFlops aus Gummi, die paraguayischen Allround-Schuhe, denn falls man die verliert, die schwimmen! 😉 Und so watete Katja durch das knöcheltiefe Flüsschen zu ihrem Metzger…

Da unser Auto jedoch ein Allrad ist und eine hohe Bodenfreiheit hat, machte die Heimfahrt keinerlei Probleme und so können wir am Freitag wie die „Holzfäller“ zulangen.

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Kommentare

Laut unserem „Systemadministrator“  :-))  dud die Kommentarfunktion wieder. Also fleißig schreiben.

LG Toka

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Montevideo

Vor einiger Zeit machte ein Bekannter von uns einen Kurztripp nach Montevideo und war begeistert vom Flair dieser Stadt. Auch unser Paraguay ist ein schönes Land, hat allerdings kulturell nicht allzu viel zu bieten und so beschlossen wir, es ihm nach zu tun. Es bot sich an, dies während des Besuchs von Sarah und Anna zu machen, da ja unsere Viecher versorgt sein wollen. Vergangenen Dienstag starteten wir morgens um 8:00 Uhr mit dem Flieger Richtung Montevideo. Mit dem Flugzeug ist es ein Katzensprung und so landeten wir schon eineinhalb Stunden später in Uruguay. Der erste Eindruck war: Wir sind in Europa gelandet 🙂 Asphaltierte Straßen, soweit das Auge reicht, Busse, die funktionieren und auch noch pünktlich fahren, wunderschöne südamerikanische Gebäude und last but not least Preise, die einem die Tränen in die Augen treiben… Die 65$ für die Taxifahrt zu unserem Hotel wollten wir lieber anders investieren und so fuhren wir für superbillige 2€ mit dem Bus bis fast vor die Tür unseres Hotels. Dies war allerdings die einzige preiswerte Investition in den folgenden 3 Tagen 😉 Nach dem Einchecken im Schnelldurchgang ging es sofort zu Fuß in die Ciudad Vieja. Auf dem Wege dorthin aßen wir zusammen eine mittlere Pizza, Thomas trank ein Bierchen und Katja ein Gaseosa für schlappe 30€. Dies tat unserer guten Laune jedoch keinen Abbruch und weiter ging es in die Altstadt. Für unseren fast einstündigen Fußmarsch wurden wir mit einer wunderschönen Altstadt und einem typisch südamerikanischen Lebensgefühl belohnt. Straßencafes, Straßenmusikanten, Händler und gepflegte Parks wechselten sich ab und auch die Kathedrale von Montevideo war absolut sehenswert.

Nach einigen Stunden flanieren gingen wir zu Fuß wieder zurück zum Hotel und da wir nicht mehr so an stundenlange Wanderungen gewöhnt sind waren wir froh, die Füße hochlegen zu können und auch unsere Schlafenszeit war ungewöhnlich früh… Am nächsten Morgen frühstückten wir, wobei wir einen älteren Herrn bemerkten, der sich nach dem Frühstück in die Lobby setzte und auf dem dort vorhandenen Klavier virtuos spielte.

Und wieder ging es auf Schusters Rappen los und nach einigen Hundert Meter gejammere ob unserer steifen Muskeln in den Beinen konnten wir uns schon fast wieder normal bewegen. Unser Weg führte uns direkt an die Rambla, die Küstenstraße von Montevideo. Danach ging es wieder in die Altstadt, wo wir den Tag verbummelten und viele kleine Geschäfte erkundeten.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück ging es zum Flughafen, am späten Nachmittag waren wir schon wieder zu Hause und da Thomas an diesem Tag Geburtstag hatte, feierte er seinen 45ten 😉 in 2 Ländern…

Fazit: Ein Tripp, der sich lohnt, wir haben die 3 Tage in vollen Zügen genossen!

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Vom Regen in die Sonne…

Schon zum dritten Mal besucht uns heuer unsere Tochter Sarah. Diesmal in Begleitung von Anna, die vor 2 Jahren auf der Estancia Aventura gearbeitet hatte und im Anschluß einige Wochen bei uns wohnte. Anna ist absolut pferdeverrückt und ist deshalb bei uns am richtigen Platz. Nachdem der Flug letzte Woche kurzerhand von Air Europa einen Tag vorverlegt wurde, konnten wir die beiden schon am Montag, statt wie geplant am Dienstag abholen. Bei ihrem Abflug in Frankfurt waren es dort unter 10 Grad und es nieselte, als sie hier ankamen hatten wir am ersten Tag gleich 36 Grad und nach 20 Minuten im Pool hatten die Zwei gleich einen Sonnenbrand und einen mordsmäßigen Durst 🙂

Damit sie nicht vergaßen, dass sie hier in Südamerika sind, setzten wir uns am nächsten Tag auf die Pferde und machten einen Ausritt.

Im Moment schleichen die beiden von Schatten zu Schatten, denn trotz Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 50! sind beide krebsrot. Aber auch das Chillen inmitten unserer Tiere macht, wie man sieht, für stressgeplagte Mitteleuropäer richtig Spaß!

Morgen werden wir mit Ihnen nach Asuncion fahren, damit sie auch paraguayisches Großstadtleben genießen können. In der restlichen Zeit ist Ausruhen angesagt, allenfalls einige kleine Tripps in die nähere Umgebung stehen auf dem Programm. Anna, als reitverrückte, wird unsere 4 Pferde außerdem wahrscheinlich einem strengen Trainingsplan unterziehen, was heißt, sie wird mindestens jeden zweiten Tag auf einem unserer Pferde anzutreffen sein 😉

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Ungeziefer

Gestern bekamen wir wieder eine email von einem Blogleser, der auch sofort nach Schlangen und sonstigem Getier hier fragte. Es gibt hier Schlangen, allerdings belagern sie nicht unser Haus und wir hatten in den 2 Jahren, die wir hier in unserem Haus mitten auf dem Campo leben gerade mal 4 oder 5 Begenungen mit Schlangen auf unserem Grundstück. Aber erstens sind nicht alle hochgiftig, zweitens waren sie noch ganz klein und drittens kann man mit einigen Vorsichtsmaßnahmen unliebsamen Begegnungen aus dem Weg gehen. Auch Bekanntschaften mit Vogelspinnen und Skorpionen machten wir nur, wenn wir sie morgens ersoffen aus dem Pool fischten. Das weitaus größere Problem sind Ameisen! Fast nach jedem stärkeren Regen wandern sie in ganzen Autobahnen über unser Grundstück, aber damit hat man hier Erfahrung und es gibt verschiedene Mittelchen, mit denen man ihrer Herr wird. Ein anderes großes Problem sind Fliegenlarven in den Wunden der Tiere, aber auch hier hilft offene Wunden sofort mit den hier erhältlichen Medikamenten zu behandeln. Wer z.B. seine Pferde nur auf der Weide stehen hat und sie nicht täglich kontrolliert, dem kann es passieren wie unserem Mimo, dem als Fohlen das halbe Ohr von Maden weggefressen wurde. Neulich machten wir die Bekanntschaft einer weiteren unangenehmen Spezies, den Uras.

Dies ist eine Falterart, die ihre Eier auf Tieren oder Menschen ablegen, daraus entwickeln sich dann Maden, die unter der Haut leben. Oft sieht man an den Kühen viele Beulen, die alle von ebendiesen Uras stammen. Neulich hatte unsere Naomi gleich 10 dieser Beulen auf ihrer Schulter, was uns zu medizinischen Zwangsmaßnahmen veranlasste. In der Mitte dieser Beulen ist immer ein kleines Loch, durch das die Maden atmen und in eben dieses spritze Katja mit einer ganz feinen Nadel ein Antiparasitario und nach ca. 10 Minuten waren die Uras leicht betäubt und man konnte sie mit etwas Geschick mittels einer Pinzette aus dem Loch ziehen, was normalerweise fast unmöglich ist, da die hintere Hälfte viel dicker ist und ihr Körper auch Widerhaken besitzt.

Es sind wirklich ekelhafte Viecher, aber mit der Zeit lernt man es damit umzugehen 😉 was nicht heißt, dass uns das Ganze Spaß macht!

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Deutschland balla balla

Bürgermeister von Limburg „Ich will keinen Glaubenskrieg anzetteln“

Weil eine Veganerin sich beschwert hatte, hat Limburgs Bürgermeister Marius Hahn (SPD) das Kinderlied „Fuchs, Du hast die Gans gestohlen“ aus dem Programm des Glockenspiels im Turm des Rathauses genommen.

Diese Schlagzeile stand heute in der FAZ. Nachdem wir uns vergewissert hatten, dass heute nicht der 1. April ist sind wir nun ziemlich sicher, dass in den letzten 3 Jahren irgendwas  schief gelaufen ist in Deutschland.

😉 😉 😉

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Stromversorgung

Paraguay ist eins der wenigen, wenn nicht sogar das einzigste Land der Welt, das seinen Strombedarf komplett über regenerative Energien deckt. Wir haben hier ausschließlich Wasserkraftwerke, darunter auch das weltgrößte (mit fast 99 Millionen MW/h) Kraftwerk Itaipú. Allein dieses eine Kraftwerk deckt 75% des paraguayischen Strombedarfs. Jetzt ist Strom herstellen das Eine, die Energie zum Endverbraucher bringen das Andere. Der nationale Stromversorger ANDE ist wie vieles hier in erster Linie einmal ein Versorgungswerk verdienter Parteigenossen 🙂 außerdem ist er auch für die Stromlieferung, Umspannwerke, Überlandleitungen, usw. verantwortlich. Meist klappt dies hervorragend, in der Praxis jedoch haben wir ca. 3x im Monat Stromausfall. Normalerweise geht das von wenigen Minuten bis einige Stunden, der schlimmste bei uns eingetretene Stromausfall war ca. 76 Stunden!!! Damals sind uns sämtliche Lebensmittel in der Kühltruhe verdorben, worauf wir uns sofort einen Stromgenerator kauften. WARNUNG: Kauft in Paraguay keine chinesischen Generatoren!!! (Auch keine Motorräder, Autos…) Unser chinesischer Generator lief genau einmal problemlos und zwar im Laden des Händlers. Nachdem sich Thomas eineinhalb Jahre mit diesem Sch…Ding abgeplagt hatte, warf er ihn im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Deposito und verschenkte ihn an Ernesto. Nun haben wir einen Generator der Marke Honda, der mehr als doppelt so viel gekostet hat, der jedoch einen riiieeeesigen Vorteil hat: Er funktioniert! So sehen wir zukünftigen Stromausfällen etwas gelassener entgegen, denn er ist so groß dimensioniert, dass man sogar unsere Klimaanlagen mit ihm betreiben kann, denn bei Nachttemperaturen um die 28 Grad kann ein normaler Mitteleuropäer nicht ohne Klimaanlage schlafen. Und hier noch ein Bild von diesem edlen Gerät 😉

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Fake News :-)

Es ist zwar nicht der erste April, aber es bot sich einfach an!

Was stimmt ist: Cully liegt wirklich immer so unter dem Auto. Deshalb mussten wir einfach ein Foto machen. Was natürlich nicht stimmt: Dass wir drüber gefahren sind. Es geht ihr super, sie hat noch alle ihre Leben und da wir immer gut aufpassen, wird das hoffentlich noch lange so bleiben 😛

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