Gründe zu gehen

Wir werden immer wieder gefragt, was denn so die Gründe für unsere Auswanderung gewesen wären. Es ist eine Mischung aus vielem, ein Grund jedoch wird aus dem unten stehenden Artikel deutlich.

DIE UNVERSTÄNDLICHKEIT DER DINGE

Wusstet Ihr schon, dass Deutschland gute Chancen hat auf den Titel „Dümmstes Land & größtes Irrenhaus der Welt“?

Schließlich dingt es sich lauthals – und wohl als einziges Land der Welt – als kuscheliger Zufluchtsort für den kriminellen Bodensatz der Dritten Welt an:

Nachdem erst im April bekannt wurde, dass tausende Taliban – zur Erinnerung: das sind jene Terroristen, die seit Jahren aus Afghanistan die Hölle auf Erden bereiten – gute Chancen auf Asyl oder zumindest subsidären Schutz haben, wenn sie derartig abartige Verbrechen begangen haben, dass ihnen die Todesstrafe drohen könnte, scheint sich das „Modell“ unter afrikanischen und arabischen Verbrechern herumgesprochen zu haben, sodass sie munter ihre Taten ausplaudern – denn das erhöht ihre Aussicht auf ein Bleiberecht!

So berichtet „Report München“ aktuell von einem „Flüchtling“, der sich freimütig als Täter von fünf Morden an Studenten und unzähligen Vergewaltigungen outete und zur Belohnung in Deutschland bleiben darf. Denn im Heimatland droht ihm die Todesstrafe…

Selbstverständlich bleibt er auf freiem Fuß, denn eine Verurteilung hierzulande muss er – trotz umfassenden Geständnisses – nicht fürchten, denn „es gilt ja die Unschuldsvermutung, obwohl wir glauben das er die Wahrheit sagt“, so die Staatsanwaltschaft…

(Quelle: Paraguay Rundschau)

Natürlich ist der Artikel nicht in dem Ton geschrieben, der in Deutschland gewünscht wird, aber wir leben in einem Land indem ein solcher Artikel noch erscheinen kann, ohne dass er eine sofortige „Attacke gegen Rechts“ auslöst 😉

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Kälteeinbruch

Nun erleben wir hier in Paraguay schon den vierten Winter und hatten gestern zum ersten Mal Rauhreif. Laut unserem Außenthermometer hatten wir gestern morgen um 6:00 Uhr Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt :-), nämlich 0,9 Grad Celsius.

Nach einigen Jahrzehnten in Deutschland sind solche Temperaturen eigentlich nichts Ungewohntes, allerdings hatten wir in unserem Wohnzimmer trotz in Paraguay untypischer Isolation morgens nach dem Aufstehen nur knapp 15 Grad. Es wäre noch weitaus kälter gewesen, wenn wir abends nicht noch den Ofen randvoll gepackt hätten. An solchen Tagen fragen wir uns jedes Mal, wie unser Nachbar Aldo solche Temperaturen ohne jegliche Heizung überlebt.

Wie schnell hier alles paraguayisch wird, sahen wir an unserem deutschen Gardena-Hauswasserwerk und an unserem japanischen Mitsubishi, die beide morgens die Arbeit verweigerten, aber selbständig gegen 10:00 Uhr am vormittag, als es wärmer wurde, die Arbeit wieder aufnahmen 😉

Was aber am meisten an die Substanz geht, ist der ständige „Jahreszeitenwechsel“ im Winter, gestern noch Bodenfrost, sind für nächste Woche wieder durchgängig 32 Grad angesagt…

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Milch von der Nachbarin…

… oder besser gesagt von deren Kühen 🙂 besorgen wir uns hin und wieder, um z.B. einen guten Quark zu machen. So bestellten wir bei Christina erst neulich wieder, ganz modern, per Whatsapp 4 Liter Milch. Da Ladenöffnungszeiten in Paraguay im Großen und Ganzen unbekannt sind, konnten wir unsere Milch am Sonntag morgen abholen. Es war ein wunderschöner Wintermorgen mit um die 23 Grad und da Christina genau so weit weg wohnt, dass es zu Fuß zu weit und für das Auto zu Nahe ist, sattelten wir kurz entschlossen unsere Pferdchen und ritten, ganz altertümlich, zu Familie Nunez.

Es ist einfach eine Freude, wenn man weiß, woher seine Lebensmittel kommen und bei der Milch von Christina wissen wir das genau, denn wir sehen ihre Kühe täglich grasen.

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Schnee schippen auf paraguayisch…

Die notwendigen Winterarbeiten in Deutschland und Paraguay sind von unwesentlich unterschiedlicher Natur. Wo wir in Deutschland fröstelnd und mit eingefrorenen Fingern das Auto gekratzt, die Einfahrt gestreut und von Schnee befreit haben, muss Thomas heuer die Motorsense schwingen und die Weiden mähen.

Die Wiesen wachsen  zwar zu dieser Jahreszeit ein wenig langsamer, so dass wir morgens und abends unseren Pferden zufüttern müssen, aber einigen Pflanzen ist es im Sommer zu warm und sie entfalten ihre ganze Pracht erst jetzt im Winter.

Fast nur Blüten sieht man an der „Santa Rita“, in Deutschland als Bougainvillea bekannt.

Die zarten Blüten des „Seidenbaumes“ (liebe Ulla, unserer ist ca. 1,5m hoch 🙂 )

Sehr beeindruckend: Der Papageienschnabel

…und unser Lapacho blüht dieses Jahr zum ersten Mal, normalerweise verliert er noch alle seine Blätter und strahlt dann komplett in einem hellen lila.

Und laut Wetterbericht bleibt es weiter sonnig und trocken zwischen 25 und 30 Grad, so kann man den Winter schon aushalten 😉

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Besuch und weg…

Nachdem Anfang Mai unsere ehemalige Nachbarin Pia zu uns zu Besuch kam, nahmen wir die Gelegenheit dankbar an und flogen zum ersten Mal seit vier Jahren gemeinsam nach Deutschland in Urlaub. Wider jeglichen Erwartens hatten wir 12 Tage fast durchgehend schönes Wetter, was kein Wunder war, denn bekanntlich scheint ja die Sonne, wenn Engel reisen 😉 Somit konnten wir fast wie zu Hause viel im Freien unternehmen. Das ging schon bei Katja´s Eltern am zweiten Tag mit einer Radtour samt Hund los und ging dann nahtlos in „Open air Geburtstage“ und einer Vatertagstour per Rad weiter, außerdem Besuche bei unseren Nichten und natürlich genoßen wir kulinarische Höhepunkte wie z.B. einen Abend bei unserer früheren Stammgriechin Polixenia.

Die letzten Tage relaxten wir noch bei unseren Freunden Ulla und Norman und bei Temperaturen über 30 Grad genoßen wir die Sonne im Garten und am Pool 🙂

So schön es auch war, für uns ist das inzwischen Urlaub, den genießt man, ist aber dann trotzdem wieder froh, zu Hause zu sein 🙂

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Autokauf

Als wir vor dreieinhalb Jahren hierher auswanderten, stand ganz oben auf unserer Prioritätenliste ein Auto. Wir entschieden uns für einen Nissan Navara, mit dem wir während unserer Bauzeit im ersten Jahr mehr als 30.000 km fuhren. In den darauffolgenden Jahren kamen wir nur noch auf ca. 10.000 km und da wir außerdem 7 km Sandstraße bis zum Asphalt haben, war er uns irgendwann zu schade dafür. Aufgrund des Wechselkurses machten wir kaum Verlust und so kauften wir uns einen Mitsubishi L200, der einfacher, robuster und mit weniger Elektronik gesegnet/geschlagen ist.

Nun ist ein Autokauf hier nicht vergleichbar mit Deutschland. Zuerst mussten wir nach Asuncion, um uns das Auto anzuschauen, einen Tag später nochmals nach ASU, um den Kaufvertrag zu machen, der hier von einer Notarin (Escribana) beglaubigt werden muss. Mit diesem „contrado privado“ gingen wir zu einer hiesigen Escribana, überreichten ihr sämtliche Papiere und…… warteten. Nach ca. 6 Wochen musste der Verkäufer aus Asuncion nach Caacupé kommen um die offizielle Eigentumsübertragung zu unterschreiben. Danach warteten wir weitere 6 Wochen bis wir die Cedula verde, vergleichbar dem deutschen Fahrzeugscheines, hatten.

Dabei erhielten wir auch gleich den „Titel“ des Fahrzeuges, vergleichbar mit dem deutschen Fahrzeugbrief.

Mit diesen Unterlagen nun konnten wir auf die Municipalidad, wo wir unsere „Habilitacion“ (KFZ-Steuer) bezahlten. Und weil hier alles so unkompliziert vonstatten geht, konnten wir bei der gleichen Dame auch noch unsere Grundsteuer bezahlen. Das Ganze kostete uns ca. 30€, davon 20€ KFZ-Steuer und etwas mehr als 10€ Grundsteuer für 30.000 qm.

Somit ging unser Autokauf nach rekordverdächtigen 🙂 3 Monaten über die Bühne und wir haben auch schon für dieses Jahr alle unsere Steuern bezahlt ;-P

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Brennholz

Wie schon im letzten Eintrag geschrieben, steht bei uns der Winter vor der Tür und mangels Ölzentralheizung werden wir unser Haus unter absoluter Ignoranz der Feinstaubwerte mit Holz heizen. Deshalb waren wir vor kurzem bei Robert und Birgit und machten nach alter Väter Sitte Brennholz.

Obwohl wir nicht in den Genuss einer Bundesdeutschen Schulung zwecks Holzmachen 😉 gekommen waren, klappte das Ganze reibungslos und so haben wir jetzt einige schöne Stämme, die nach ca. 6 Wochen schön trocken sind und verbrennt werden können.

PS: Auch das anschließende „Holzfällervesper“ mit Umtrunk verlief zu unserer vollsten Zufriedenheit und nun kann der Winter kommen…

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„Schatz, ich fahr mal kurz zum Metzger…“

Auch in Paraguay wird´s im Winter schweinekalt und da wir mit Holz heizen, müssen wir uns jetzt schon darum kümmern. Unsere Freunde Birgit und Robert haben auf ihrem 30 Hektar großen Grundstück einige Bäume, die gefällt werden müssten und deshalb fahren wir am kommenden Freitag zu ihnen und da Robert auch noch Bäcker ist und hervorragendes Brot backt, bietet es sich an, nach der Arbeit eine zünftige Brotzeit zu machen. Wir haben hier in Caacupé einen guten schweizer Metzger, der jedoch nicht täglich geöffnet hat und so musste Katja heute die „Brotzeit“ einkaufen. Regen war zwar angesagt, da Martin jedoch in der Stadt wohnt, gingen wir davon aus, dass die Straßen dort einigermaßen befahrbar sind. Dem war jedoch nicht so und als Katja vor seinem Haus parkte, glich die Straße eher einem kräftigen Bächlein.

Da wir ja nicht ganz lernresistent sind und solche Wattwanderungen schon des öfteren machen mussten, tragen wir hier fast ausschließlich FlipFlops aus Gummi, die paraguayischen Allround-Schuhe, denn falls man die verliert, die schwimmen! 😉 Und so watete Katja durch das knöcheltiefe Flüsschen zu ihrem Metzger…

Da unser Auto jedoch ein Allrad ist und eine hohe Bodenfreiheit hat, machte die Heimfahrt keinerlei Probleme und so können wir am Freitag wie die „Holzfäller“ zulangen.

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Kommentare

Laut unserem „Systemadministrator“  :-))  dud die Kommentarfunktion wieder. Also fleißig schreiben.

LG Toka

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Montevideo

Vor einiger Zeit machte ein Bekannter von uns einen Kurztripp nach Montevideo und war begeistert vom Flair dieser Stadt. Auch unser Paraguay ist ein schönes Land, hat allerdings kulturell nicht allzu viel zu bieten und so beschlossen wir, es ihm nach zu tun. Es bot sich an, dies während des Besuchs von Sarah und Anna zu machen, da ja unsere Viecher versorgt sein wollen. Vergangenen Dienstag starteten wir morgens um 8:00 Uhr mit dem Flieger Richtung Montevideo. Mit dem Flugzeug ist es ein Katzensprung und so landeten wir schon eineinhalb Stunden später in Uruguay. Der erste Eindruck war: Wir sind in Europa gelandet 🙂 Asphaltierte Straßen, soweit das Auge reicht, Busse, die funktionieren und auch noch pünktlich fahren, wunderschöne südamerikanische Gebäude und last but not least Preise, die einem die Tränen in die Augen treiben… Die 65$ für die Taxifahrt zu unserem Hotel wollten wir lieber anders investieren und so fuhren wir für superbillige 2€ mit dem Bus bis fast vor die Tür unseres Hotels. Dies war allerdings die einzige preiswerte Investition in den folgenden 3 Tagen 😉 Nach dem Einchecken im Schnelldurchgang ging es sofort zu Fuß in die Ciudad Vieja. Auf dem Wege dorthin aßen wir zusammen eine mittlere Pizza, Thomas trank ein Bierchen und Katja ein Gaseosa für schlappe 30€. Dies tat unserer guten Laune jedoch keinen Abbruch und weiter ging es in die Altstadt. Für unseren fast einstündigen Fußmarsch wurden wir mit einer wunderschönen Altstadt und einem typisch südamerikanischen Lebensgefühl belohnt. Straßencafes, Straßenmusikanten, Händler und gepflegte Parks wechselten sich ab und auch die Kathedrale von Montevideo war absolut sehenswert.

Nach einigen Stunden flanieren gingen wir zu Fuß wieder zurück zum Hotel und da wir nicht mehr so an stundenlange Wanderungen gewöhnt sind waren wir froh, die Füße hochlegen zu können und auch unsere Schlafenszeit war ungewöhnlich früh… Am nächsten Morgen frühstückten wir, wobei wir einen älteren Herrn bemerkten, der sich nach dem Frühstück in die Lobby setzte und auf dem dort vorhandenen Klavier virtuos spielte.

Und wieder ging es auf Schusters Rappen los und nach einigen Hundert Meter gejammere ob unserer steifen Muskeln in den Beinen konnten wir uns schon fast wieder normal bewegen. Unser Weg führte uns direkt an die Rambla, die Küstenstraße von Montevideo. Danach ging es wieder in die Altstadt, wo wir den Tag verbummelten und viele kleine Geschäfte erkundeten.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück ging es zum Flughafen, am späten Nachmittag waren wir schon wieder zu Hause und da Thomas an diesem Tag Geburtstag hatte, feierte er seinen 45ten 😉 in 2 Ländern…

Fazit: Ein Tripp, der sich lohnt, wir haben die 3 Tage in vollen Zügen genossen!

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